Nebenstehend finden Sie eine Reihe von Beiträgen, die Frau Rechtsanwältin Eikmeier im Lippeportal publiziert hat.

Veröffentlichungen von RAin Miriam Eikmeier

 

Umlagen U1 und U2 entlasten Arbeitgeber und sichern Arbeitsplätze

Veröffentlicht von Miriam Eikmeier (eikmeier) am 1.6.2012
Veröffentlichungen der Kanzlei Tölle & Melchior >> Veröffentlichungen RAin Miriam Eikmeier

Leserfrage: Eine meiner Angestellten ist schwanger und wird demnächst in Elternzeit gehen. Während der Mutterschutzzeiten muss ich ja noch weiter Entgelt an sie zahlen, benötige aber auch eine Ersatzkraft, die ich ebenfalls bezahlen muss. Wie soll ich das als Kleinunternehmer nur finanziell leisten?

Hinzu kommt, dass ein weiterer Arbeitnehmer  immer mal wieder krank ist. Ich will ihm zwar nicht kündigen, ärgere mich aber über die von mir zu leistende Entgeltfortzahlungspflicht. Haben Sie einen Rat für mich?

 

Rechtsanwältin M. Eikmeier: Da der Gesetzgeber weiß, dass Krankheit und Mutterschutz für Betriebe eine finanzielle Belastung darstellen, hat er im Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG) für Betriebe mit in der Regel nicht mehr als 30 Arbeitnehmern die Erstattung dieser Aufwendungen bei Krankheit und für alle Betriebe bei Schwangerschaft bzw. Mutterschaft vorgesehen. Es handelt sich hierbei um die Umlagen U1 bzw. U2.

Für Minijobber ist insofern die Knappschaft Bahn See zuständig, im Übrigen läuft das Ausgleichsverfahren über die jeweilige Krankenkasse des betroffenen Arbeitnehmers.
Die für die Durchführung des Erstattungsverfahrens erforderlichen Mittel werden durch Umlagen von den am Ausgleich beteiligten Arbeitgebern aufgebracht.

Die Umlage U1 für den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit beträgt 0,70 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts, im Gegenzug erhält der Arbeitgeber 80 Prozent des im Krankheitsfall an den Arbeitnehmer nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) fortgezahlten Bruttoarbeitsentgelts erstattet, soweit dieses die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen allgemeinen Rentenversicherung nicht überschreitet.

Die Umlage U2 beträgt 0,14 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts. Muss der Arbeitgeber auf Grund eines schwangerschaftsbedingten Beschäftigungsverbots Mutterschutzlohn zahlen oder hat er für die Zeit der Mutterschutzfristen einen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zu zahlen, erhält er 100 Prozent seiner Aufwendungen erstattet. 

Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Zuletzt geändert am: 5.7.2012 um 09:11

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